Oje, jetzt habe ich das Wort tatsächlich geschrieben: Autorenblog. Das hört sich ganz schön mächtig an und irgendwie fremd. Und ganz ehrlich … ein bisschen macht es mir auch Angst.

Ja, ich schreibe ein Buch. Naja, eine Geschichte, aus der vielleicht mal ein Buch werden wird. Okay, ich versuche eine Geschichte zu schreiben, aus der vielleicht mal ein Buch werden wird.

Wie alles begann.

Den eigentlichen Antrieb für meine Geschichte kann man fast schon in der Steinzeit suchen. Mein Mann und ich haben immer gerne Fantasyromane gelesen und sind mit Begeisterung in unbekannte Welten eingetaucht. Am Ende der Bücher allerdings kam die Ernüchterung: Über hunderte von Seiten und mehrere Bände wurde ein extrem guter Spannungsbogen aufgebaut und dann … plopp … fertig. Das Ende kam meist so aprupt, dass wir nur vor dem zugeklappten Buch saßen und dachten “Aha, das war’s jetzt also!?”

Das bedeutet nicht, dass die Bücher, die wir gelesen haben, schlecht waren. Im Gegenteil. Sie waren teilweise wirklich großartig. Nur stand das Ende oft ziemlich in Kontrast zu allem davor. Und meinem Mann wurde meist auch viel zu wenig gezaubert – aber das nur am Rande.

Dies im Hinterkopf, habe ich 2012 den Entschluss gefasst, ein eigenes Buch für meinen Mann zu schreiben. Mit allem, was wir sonst vermisst haben. Das wollte ich ein einziges Mal drucken lassen und ihm als Überraschung zum Geburstag schenken. Die Idee war gut, nur an der Umsetzung haperte es etwas.

Ganz ambitioniert habe ich mit meinem Vorhaben am NoNoWriMo 2012 teilgenommen und mit 11.077 Wörtern nicht gerade knapp das Ziel verfehlt. Heute würde ich das nicht mehr als Scheitern bezeichnen (>> Warum das Scheitern beim NaNoWriMo ein Gewinn war.), damals allerdings verstaubten diese 11.077 Wörter erstmal in den Tiefen meiner digitalen Mottenkiste.

Da lagen sie einige Jahre, bis ich sie 2015 wieder zum NaNoWriMo auskramte und einen neuen Versuch startete. Tja, was soll ich sagen!? Es kamen noch einmal 3.605 Wörter hinzu, aber ein großer Sprung in Richtung Fertigstellung des Buchs war es nicht. Ach, was solls, nennen wir das Kind beim Namen: Es war grauenhaft.

Es vergingen weitere drei Jahre, bis ich mich wieder an meine wirklich schon liebgewonnene Geschichte herantraute. Nein, dieses Mal nicht beim NaNoWriMo, dieses Mal einfach so.

Wann hat es “Klick” gemacht?!

Trotz größter Motivation hat mich dennoch viel zu viel abgelenkt – vor allem der neue Alltag mit Baby und ein anderes Buchprojekt (eine Liebesgeschichte), die mich in dem Moment einfach noch mehr begeisterte.

Im Grunde kann ich von Glück reden, dass ich 2018 auf einer Familienfeier durch reinen Zufall erfahren habe, dass die liebe Anne Granert ein Fantasybuch veröffentlicht hat. Ich hatte mich mit ihrem Mann darüber unterhalten, weil sie gerade Buchbedingt in Hamburg war, und war absolut fasziniert, dass es nicht nur ein Traum sein muss, ein Buch zu schreiben und es sogar zu veröffentlichen. Das geht wirklich!

Mit diesem Wissen vergingen einige Monate – vielleicht war’s auch ein Jahr!? – bis ich Anne im Oktober 2019 wieder auf einer Familienfeier getroffen und sie direkt auf ihr Buch angesprochen habe. Es war schön mit jemandem übers Schreiben zu reden, der die gleiche Leidenschaft teilt. Mit der Unterhaltung kam auch meine Motivation zurück, weiter an meiner Geschichte zu schreiben.

Anne erzählte mir von ihrer Schreibmanufaktur, die sie ins Leben gerufen hat. Ein Ort für den Austausch mit Gleichgesinnten, aber auch für ein professionelles Coaching. Es hörte sich spannend an und ich war neugierig, also beschloss ich beim nächsten Treffen dabei zu sein. Die Location ist einfach zauberhaft, der Weg dorthin für mich eine halbe Weltreise und dennoch: Für mich hat es sich absolut gelohnt!

Nach dem wunderbaren ersten Treffen im November war ich extrem motiviert, meine Gedanken sprühten vor Ideen und ich tauchte vollkommen in meine Geschichte ein. Ich weiß nicht, was genau diese Veränderung bewirkt hat, aber ich kann seither nicht anders, als jeden Tag weiter mit meinen Helden in ihre Welt vorzudringen. Die Geschichte will erzählt werden!

Warum aber ein Autorenblog?

Autorenblog. Geschichtenblog. Ich-möchte-ein-Buch-schreiben-Blog.

Eigentlich ist es doch völlig egal, wie man diesen Blog bezeichnet. Berufsbedingt habe ich durchaus schon einige Texte veröffentlicht. So ganz fern vom Autor sein bin ich also nicht. Trotzdem … Geht es nicht einfach darum, sich selbst ein kleines bisschen unter Druck zu setzen, indem man der Welt sagt: “Hey, hör mal! Ich werde ein Buch schreiben!”? Dann einen Rückzieher zu machen, fällt schon schwerer.

Und ist es dabei nicht legitim, seine Erlebnisse und Erfahrungen, die eigenen Stolpersteine und Probleme, ja einfach all die kuriosen Gedanken, die das Schreiben begleiten, mit Anderen zu teilen? Ich liebe diese Community schon jetzt. Dies Community, für die ich noch völlig unsichtbar bin, die mir aber schon so vertraut erscheint. Ich bin mir sicher, dass es darin mehr als einen Menschen gibt, der mich inspiriert und mein wirres Kopfchaos entzerrt. Und vielleicht gibt es auch den ein oder anderen, der sich ein kleines bisschen von meinen Gedankenpurzelbäumen anstecken lässt.

Und sonst?

Wenn, nicht falls. Also wenn ich es schaffe, meine Geschichte zu beenden, will ich sie dann veröffentlichen? Mal mehr, mal weniger. Klar wäre es schön, das eigene gedruckte Buch in Händen zu halten, das dann tatsächlich von Anderen gelesen wird. Wahnsinn! Aber dann kommt wieder der innere Kritiker, das kleine Teufelchen, das mich total verunsichert und mir die Frage in den Kopf pflanzt, wer auf der Welt denn überhaupt meine Geschichte lesen will. Ach ja, dieses kleine Nervwesen. Vielleicht ist es irgendwann still, wenn es einen eigenen Post bekommt. Bis dahin: “Klappe da hinten!”