Wenn der kleine Mausebär krank ist, richtet sich alle Aufmerksamkeit auf ihn und das Schreiben zieht den Kürzeren. Aber das ist gut so. In meinem Kopf allerdings arbeiten die Geschichten weiter und in den Pausen wandert mein Fokus für ein paar Minuten zu anderen Dingen. Auch zu Instagram, Twitter & Co.

Genau dort habe ich am Donnerstag einen Aufruf vom Isegrim Verlag gefunden. Sie suchen meine Geschichte. Okay, sie suchen auch deine Geschichte. Im Grunde suchen sie viele Geschichten, denn sie wollen eine Anthologie herausbringen mit Kurzgeschichten aus dem Genre Urban Fantasy und Romantasy.

Und ja, ich möchte es tatsächlich versuchen und meine Geschichte einreichen. Das einzige Problem: Sie will erst noch geschrieben werden.

Der Wettbewerb

Wie viele Geschichten am Ende in die Anthologie kommen sollen, entscheidet sich nach der Sichtung der Einreichungen. Schwammige Fomulierung, aber durchaus sinnvoll. Schlechte Geschichten reinnehmen zu müssen, nur um auf die angekündigte Anzahl zu kommen, macht wenig Sinn. Genauso wenig wie es dumm wäre, grandiose Geschichten aus demselben Grund hinten überfallen zu lassen.

Ob meine Kurzgeschichte am Ende zur ersten oder (hoffentlich) doch zur zweiten Kategorie zählen wird, bleibt spannend. Bis zum 29. Februar 2020 muss ich eine gefühlvolle, spannende, vielleicht auch etwas düstere Story aufs Papier bringen mit 50-70 Normseiten. Außerdem ein Exposé und eine Autorenvita. Soweit so gut.

Die tausend Fragezeichen

Auch wenn ich die Eckdaten zum Wettbewerb verstanden habe, bleiben doch viele Fragen offen. Wie um alles in der Welt schreibe ich eine Kurzgeschichte? Was muss ich dabei beachten und wie viel Handlung kriege ich da überhaupt unter? Darf sie ein offenes Ende haben? Wie viele Charaktere haben darin Platz und welchen Zeitraum kann sie überspannen? Muss sie im Vorfeld bereits lektoriert sein oder übernimmt das der Verlag bei den Gewinnergeschichten? Exposé? Autorenvita?

Ihr merkt, ich bin ein absoluter Profi – zumindest was die Fragezeichen angeht. Ich bin froh, dass wir uns am 5. Januar wieder zu unserer Schreibmanufaktur treffen und dort ganz bestimmt einige Frage- in Anführungszeichen verwandeln können.

Die Idee

Tatsächlich habe ich über all dem aber wirklich schon eine Idee für meine Geschichte, die ich einer schlaflosen Nacht verdanke. Ich kann eigentlich immer und überall schlafen, doch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag irgendwie nicht. Stattdessen mogelten sich abenteuerliche, romantische Gedanken in meinen müden Verstand und wollten mir unbedingt die Geschichte zweier Liebender erzählen.

Ein bisschen hab’ ich da aber schon nachgeholfen. Ich habe die beiden Begriffe “Urban Fantasy” und “Romantasy” in meinem Kopf kreisen lassen und beschlossen Vampire und Werwölfe auszuschließen. Was gibt es dann aber noch?! Und plötzlich war sie da, meine Idee. Herzlich willkommen in meinem Kopf!

Natürlich hab’ ich keine Ahnung, ob sie sich für eine Kurzgeschichte eignet. Beim weiteren Nachdenken wurde sie immer größer und vielleicht wäre sie auch was für einen ganzen Roman. Aber wer sagt denn, dass daraus nicht immer noch einer entstehen kann?!

Dieses Nervwesen

Ach ja, wer sich pünktlich zum Wettbewerb wieder bei mir gemeldet hat, ist dieses kleine, nervige Kritikermonster auf meiner Schulter, das natürlich wieder fleißig am Zetern ist.

“Das schaffst du eh nicht! Du hast noch nie eine Geschichte zu Ende geschrieben. Und was ist das überhaupt für eine dämliche Idee. Das will niemand lesen, viel zu langweilig und vorhersehbar. Lass es einfach gleich bleiben!”

So plappert es den ganzen Tag, aber langsam verblasst es zu einem leisen Hintergrundrauschen. Denn – du kleines Nervwesen – ich schaff das wohl! Du wirst schon sehen. Ätsch!